Tattoo - Hygiene
Tätowieren - aber sicher!
Tattoos erfreuen sich zunehmend großer Beliebtheit. Bei der Auswahl eines Studios sollte aber neben den künstlerischen Aspekten auch auf die Einhaltung der Hygiene-Vorschriften geachtet werden. Dies ist unerlässlich, um Übertragungen von Krankheitserregern vollkommen auszuschließen. Auf eine korrekte und sichtbare Einhaltung der Hygiene-Regeln ist daher besonders zu achten.
Warum kann es zu Infektionen kommen?
Beim Tätowieren werden Farbpigmente in verschiedene Hautschichten mit Nadeln eingestochen. Notwendigerweise wird die Haut großflächig verletzt. Dadurch treten erhebliche Mengen Blutserum (Wundwasser), zum Teil auch Blut, aus der "Wunde" aus. In diesen Flüssigkeiten können unvorhersehbar große Mengen an Krankheitserregern, insbesondere Viren, die für Erkrankungen wie Hepatitis (Gelbsucht) und HIV verantwortlich sind, enthalten sein. So kann bei mangelnder Hygiene eine Übertragung stattfinden.
Auf folgende Dinge ist zu achten:
In einem Tätowierstudio ist der Arbeitsplatz deutlich vom übrigen Teil des Raumes getrennt. Im Arbeitsbereich sollten nur die Möbel und Geräte stehen, die für die Arbeit des Tätowierens notwendig sind. Im Arbeitsbereich stehende Alkoholflaschen, Aschebecher und überlaufende Abfalleimer sind ein Zeichen dafür, dass es der Tätowierer in Bezug auf die Hygiene nicht so genau nimmt. Während des Tätowierens sollte sich dort nur der Künstler und sein Kunde aufhalten.
Vor Arbeitsbeginn muss der Tätowierer neue Nadeln in die Maschine einsetzen, Nadeln und Führungen müssen in einem sterilen Behälter (oder auch in Tüten) aufbewahrt sein. In jedem professionellen Studio steht ein Sterilisator oder ein Autoklav und wird auch benutzt. Im Zweifelsfall lässt Du ihn Dir zeigen. Die "sterilisierende Glasplatte" gibt es nicht. Andere fadenscheinige Methoden weisen darauf hin, dass hier ein Pfuscher am Werk ist. Die verwendete Vaseline sollte mit einem Spatel aufgetragen werden. Achtet besonders darauf, dass für jeden Kunden neue Vaseline und auch Farbtöpfe genommen werden, denn diese sind Einmalprodukte, die nach jedem Kunden entsorgt werden müssen. Selbstverständlich muss der Tätowierer selbst auch mit Einmalhandschuhen arbeiten.
Vorbereitung und tätowieren:
Vor Beginn der Arbeit sollte Deine Haut mit Seifenlösung großflächig gereinigt werden. Störende Haare sollten mit einem Einweg-Rasierer entfernt werden. Anschließend muss die Hautfläche mit einem Desinfektionsmittel (Alkohol) desinfiziert werden. Dazu werden Einmal-Papiertücher benutzt (Küchenpapier, Kleenex). Zum Reinigen der Nadeln während des tätowierens ist im Ultraschall-Reiniger ein Einmal-Plastikbechers mit einem farblösenden Reinigungsmittel zu benutzen.
Salben zur Versorgung der Haut können auch aus einem größeren Behälter entnommen werden, jedoch ausschließlich mit einem frischen Spatel.
Achtung!
In jedem professionellen Studio werden Kunden, die unter Alkohol- oder Drogeneinfluss stehen, nicht behandelt. Wer noch keine 18 Jahre alt ist, wird nur mit Zustimmung der Erziehungsberechtigten behandelt.
Wenn Du Zweifel an der Hygiene im Tattoo-Studio hast, solltest Du Dich besser nicht behandeln lassen.
Scheu Dich nicht, dem Tätowierer Fragen in Bezug auf Hygiene zu stellen. Der Fachmann wird Deinen Fragen nicht ausweichen, sondern sie verständlich beantworten.
Hast Du den Eindruck, dass Du beim "Zahnarzt" bist, kommt das Deiner Gesundheit zugute.
Wenn Du noch weitere Fragen hast, kannst Du Dich bei Deinem örtlichen Gesundheitsamt bezüglich Hygiene weiter schlaumachen. Selbstverständlich kannst Du Dich aber auch bei uns informieren, wir beraten Dich gerne.
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